… mit einem Haus für schwererziehbare Jugendliche, das Raphaelsheim. Es wurde am 13. April 1914 eingeweiht. Bis zu den 60er Jahren wurde es als Kinder- und Jugendheim mit einer eigenen Schule im Haus genutzt. Nachdem die DDR-Regierung beschloss, dass kirchliche Einrichtungen Kinder nicht mehr erziehen und unterrichten durften, wurden 1961/62 alle Kinder aus dem Raphaelsheim in ihre ursprünglichen Wohnorte zurückgeschickt. Zu diesem Zeitpunkt zogen geistig behinderte Menschen in das Haus – das Raphaelsheim fand seine neue Bestimmung. Nach 1990 entwickelte es sich zu einer komplexen Einrichtung, die im Eichsfeld mit 450 Mitarbeitern über 700 Menschen vielfältige Unterstützung anbietet. 

Heute blickt die Raphael Gesellschaft auf eine hundertjährige Erfahrung im Umgang mit benachteiligten Menschen zurück. 1914 wurden die Hausbewohner noch absichtlich außerhalb der Stadt, am Rande der Gesellschaft untergebracht. Im Laufe der Jahrzehnte hat ein Umdenken stattgefunden. Menschen mit Beeinträchtigung gehören zur Gesellschaft, haben Teil am öffentlichen Leben. Integration und Inklusion werden großgeschrieben. 

Geblieben sind uns die alten Werte, die durch nichts ersetzt werden können: Vertrauen, Zuhause, Rücksicht, Gemeinschaft, Verständnis und gegenseitige Hilfe. Unser Motto „Sehen und Handeln“ sagt uns, dass die täglich neuen Herausforderungen stets Chancen beinhalten, die wir zum Wohl der uns anvertrauten Menschen wahrnehmen müssen. So schauen wir sehr genau, welchen Unterstützungsbedarf eine Person hat, und bieten dafür individuelle Lösungen an.